Schwanger? Elterngeldrechner.de








Beispiele zum Elterngeld


Auf dieser Seite können Sie sich einige Beispiele ansehen, welche freundlicher Weise vom Bundesministerium der Familie zur Verfügung gestellt wurden. Es wird jeweils auf die Verdiensthöhe und die Steuerklasse eingegangen und auch die familiäre Situation wird beachtet.
Bitte wählen Sie einfach den auf Sie zutreffenden Punkt aus.

Zweiverdienerfamilie
Einverdienerfamilie
Alleinerziehende
Geringverdiener
Bezieher von Sozialleistungen
Mehrlingsgeburt
Geschwisterbonus





Zweiverdienerfamilie

a) Ehepaar, vor der Geburt des Kindes verdient der eine Partner 2.300 Euro brutto, der andere 1.600 Euro brutto (Facharbeiter und Buchhalterin):

Für das Ehepaar ist die Wahl der Steuer­klassen III und V vorteilhaft, dann beträgt ihr gemeinsames Netto­einkommen etwa 2.540 Euro, 1.710 Euro für den Facharbeiter und 830 Euro für die Buchhalterin. Das für das Elterngeld maßgebliche Einkommen beträgt nach Abzug des Werbungskostenpauschbetrags rund 750 Euro. Nach der Geburt des Kindes beläuft sich das Eltern­geld für den weniger verdienenden Partner auf knapp 600 Euro. Hier wirkt die Anhebung der Ersatzrate bei kleinen Einkommen. Das Nettoeinkommen insgesamt aus Nettolohn, Elterngeld und Kindergeld von fast 2.470 Euro entspricht dann nahezu dem vorherigen Einkommen.

Wenn der andere Partner nach einigen Monaten die Betreuung übernimmt, ergibt sich folgendes Bild:

Das Elterngeld für den besser verdienenden Partner beträgt etwa 1.100 Euro. Der andere Partner, der nun in den Beruf zurückkehrt und als Alleinverdiener die günstigere Steuerklasse III wählt, erwirtschaftet ein Nettoeinkommen von gut 1.250 Euro. Mit dem Kindergeld ergibt sich somit ein verfügbares Einkommen von über 2.500 Euro, also gut 30 Euro mehr als in den Monaten zuvor. Es muss folglich kein finanzieller Nachteil sein, wenn der besser verdienende Partner die Betreuung übernimmt.

Alternativ könnten die Partner beschließen, sich die Betreuung zu teilen, so dass sich beide Bruttoeinkommen halbieren. Für den besser verdienenden Partner sinkt der Nettolohn um 840 Euro, sein Elterngeld entspricht 67% des Einkommens­verlusts und demnach gut 560 Euro. Beim anderen Partner sinkt das Nettoeinkommen um rund 200 Euro. Das sich daraus ergebende Elterngeld liegt unter 300 Euro, so dass in diesem Fall der Mindest-betrag von 300 Euro gezahlt wird. Insgesamt erhält das Paar 860 Euro Elterngeld, das über einen Zeitraum von 7 Monaten gezahlt wird. Das verfügbare Einkommen einschließlich Kindergeld beläuft sich auf rund 2.510 Euro.

b) Ehepaar, beide verdienen vor der Geburt des Kindes jeweils 2.300 Euro brutto (Facharbeiter):

Bei Wahl der Steuerklassenkombination IV/IV stehen jedem der beiden Partner vor der Geburt des Kindes rund 1.440 Euro netto zur Verfügung. Das für das Elterngeld maßgebliche Einkommen beträgt nach Abzug des Werbungskostenpauschalbetrags jeweils rund 1.365 Euro. Nach der Geburt erhält der betreuende Elternteil ein Elterngeld von gut 915 Euro. Durch Wechsel in die Steuerklasse III erhöht sich das Nettoeinkommen des erwerbstätigen Partners auf 1.700 Euro. Zusammen mit dem Kindergeld und dem Erwerbseinkommen des Partners verfügt die Familie damit über netto 2.780 Euro, das sind über 95 Prozent ihres vorherigen Einkommens.

c) Ehepaar, bisher ohne Kinder, die Frau verdient 7.100 Euro brutto, der Mann verdient 6.600 Euro brutto in der Steuerklasse IV:

Damit verfügen sie vor der Geburt über 7.330 Euro netto. Wenn die Mutter in den ersten sechs Monaten nach der Geburt nicht erwerbstätig ist, ent­fällt ihr Nettolohn von rund 3.800 Euro. Ihr Elterngeld entspricht damit dem Höchstbetrag von 1.800 Euro. Der Mann, der als Alleinverdiener nun in die Steuerklasse III wechselt, verdient dann etwa 4.200 Euro netto. Zusammen mit dem Kindergeld von 154 Euro verfügt die Familie somit über gut 6.150 Euro, was etwa 85% des früheren Einkommens entspricht. Ab dem siebten Monat arbeitet die Frau in Teilzeit, ihr Bruttolohn beträgt 5.000 Euro, netto erhält sie in der Steuerklasse V rund 2.140 Euro. Nach Abzug des Werbungskostenpauschbetrags liegt das für das Elterngeld maßgebliche Einkommen bei rund 2.065 Euro. Da vom Einkommen vor der Geburt höchstens 2.700 Euro für das Elterngeld berücksichtigt werden, bestimmt sich das Elterngeld nun aus der Differenz von 2.700 Euro und 2.065 Euro. Es beträgt 67% hiervon, also 425 Euro. Insgesamt liegt das verfügbare Einkommen einschließlich Kindergeld bei 6.920 Euro, das sind 94% des Einkommens vor der Geburt.

d) Ehepaar, bisher ohne Kinder, die Frau verdient 5.300 Euro brutto, der Mann verdient 5.500 Euro brutto in der Steuerklasse IV:

Damit verfügen sie vor der Geburt über 5.715 Euro netto. Wenn die Mutter in den ersten sechs Monaten nach der Geburt nicht erwerbstätig ist, ent­fällt ihr Nettolohn von rund 2.800 Euro. Ihr Elterngeld entspricht damit dem Höchstbetrag von 1.800 Euro. Der Mann, der als Alleinverdiener nun in die Steuerklasse III wechselt, verdient dann 3.490 Euro netto. Zusammen mit dem Kindergeld von 154 Euro verfügt die Familie somit über 5.445 Euro, was 95% des früheren Einkommens entspricht. Ab dem siebten Monat arbeitet die Frau in Teilzeit, ihr Bruttolohn beträgt 3.200 Euro, netto erhält sie in der Steuerklasse V 1.405 Euro. Nach Abzug des Werbungskostenpauschbetrags liegt das für das Elterngeld maßgebliche Einkommen bei knapp 1.330 Euro. Da vom Einkommen vor der Geburt höchstens 2.700 Euro für das Elterngeld berücksichtigt werden, bestimmt sich das Elterngeld nun aus der Differenz von 2.700 Euro und 1.330 Euro. Es beträgt 67% hiervon, also knapp 920 Euro. Insgesamt liegt das verfügbare Einkommen einschließlich Kindergeld bei 5.970 Euro und liegt damit über dem Einkommen vor der Geburt.

e) Nichteheliche Lebensgemeinschaft; vor der Geburt des Kindes verdient der eine Partner 3.500 Euro brutto, der andere 1.600 Euro brutto (Akademiker und Sekretärin)

Mit der Steuerklasse I beträgt ihr gemeinsames Nettoeinkommen etwa 3.070 Euro, 1.980 Euro für den Akademiker und 1090 Euro für die Sekretärin. Nach Abzug des Werbungskostenpauschbetrags liegt das für das Elterngeld maßgebliche Einkommen des weniger verdienenden Partners bei rund 1.015 Euro. Das danach berechnete Elterngeld beträgt 680 Euro. Das Gesamteinkommen beider Partner aus Nettolohn, Elterngeld und Kindergeld von rund 2.830 Euro ist damit nur um rund 8% niedriger als das Einkommen vor der Geburt Ab dem siebten Monat arbeitet die Sekretärin halbtags und erhält einen Bruttolohn von 800 Euro. Netto erhält sie knapp 630 Euro. Das für das Elterngeld maßgebliche Einkommen für den Zeitraum nach der Geburt beträgt nach Abzug des Werbungskostenpauschbetrags 555 Euro. Das Elterngeld von 67% der Differenz zwischen 1.015 Euro und 555 Euro liegt damit bei knapp 310 Euro. Insgesamt stehen der Lebensgemeinschaft somit rund 3.090 Euro zur Verfügung. Dies ist mehr als vor der Geburt des Kindes


---> nach oben




Einverdiener

Ehepaar, ein Partner verdient 3.500 Euro brutto im Monat (Akademiker/in), der andere Partner ist nicht erwerbstätig, sondern betreut ein bereits über drei Jahre altes Kind:

Vor der Geburt des zweiten Kindes erhält der erwerbstätige Ehepartner in der Steuerklasse III ein Nettoeinkommen in Höhe von rund 2.330 Euro. Zusammen mit dem Kindergeld hat die Familie netto 2.480 Euro zur Verfügung.

Übernimmt der nicht erwerbstätige Partner auch weiter die Betreuung, erhält die Familie den Mindestbetrag des Elterngelds von 300 Euro. Sie verfügt damit zusammen mit dem Kindergeld für das zweite Kind über 2.950 Euro im Monat, das sind knapp 20 Prozent mehr als vorher.

Wenn der bisher erwerbstätige Partner seine Erwerbstätigkeit nun um gut ein Viertel reduziert und netto 600 Euro weniger verdient, erhält er ein Elterngeld von rund 400 Euro. Zusammen mit dem Kindergeld hat die Familie gut 2.430 Euro im Monat zur Verfügung. Das sind fast 100 Prozent des vorherigen Einkommens.


---> nach oben




Alleinerziehend

Alleinerziehende mit einem Erwerbseinkommen von 2.400 Euro brutto vor der Geburt, bisher kinderlos:

Vor der Geburt des Kindes fand die Steuerklasse I Anwendung. Das für das Elterngeld maßgebliche Einkommen nach Abzug von Steuern, Sozialabgaben und Werbungskosten liegt bei 1410 Euro. Nach der Geburt des Kindes besteht ein Anspruch auf Elterngeld in Höhe von knapp 950 Euro. Zusätzlich hat die Mutter nun einen Anspruch auf Wohngeld in Höhe von rund 120 Euro sowie Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz in Höhe von 127 Euro. Zusammen mit dem Kindergeld beträgt das Familieneinkommen dann gut 1.350 Euro im Monat. Als echte Alleinerziehende erhält sie diese Leistung über 14 Monate.


---> nach oben




Geringverdiener

Ehepaar, ein Partner verdient vor der Geburt 2.900 Euro brutto im Monat (Ingenieur), der andere Partner 400 Euro brutto aus einer vom Arbeitgeber pauschal versteuerten geringfügigen Beschäftigung:

Die Steuerklasse III findet Anwendung. Das gemeinsame Nettoeinkommen vor der Geburt liegt bei 2.420 Euro, wovon 400 Euro auf den Partner mit der geringfügigen Beschäftigung entfallen. Der nach der Geburt nicht mehr erwerbstätige Partner mit der geringfügigen Beschäftigung erhält ein Elterngeld von 390 Euro, das sind fast 100% seines bisherigen Nettoeinkommens. Der Grund hierfür liegt in der Anhebung der Ersatzrate bei kleinen Einkommen. Ohne die Anhebung würde das Elterngeld nur dem Mindestbetrag von 300 Euro entsprechen, so erhält die Familie rund 90 Euro mehr. Das verfügbare Familieneinkommen aus Nettolohn, Kinder- und Eltern­geld von 2.580 Euro liegt damit um 160 Euro über dem früheren Wert.


---> nach oben




Bezieher von Sozialleistungen

a) Paar ohne eigenes Einkommen, beide erwerbslos mit ALG II

Beide erhalten jeweils 311 Euro für den Lebensunterhalt und für das neugeborene Kind 207 Euro Sozialgeld. Miete und Nebenkosten werden im Rahmen des ALG II übernommen. Das sind zusammen 1.311 Euro im Monat. Die Familie erhält zusätzlich den Mindestbetrag des Elterngelds von 300 Euro 12 Monate lang zum ALG II und hat damit insgesamt 1611 Euro zur Verfügung.

b) Alleinerziehende, mit ALG II

hat vor der Geburt des Kindes im ALG II mit Unterkunftskosten rund 750 Euro zur Verfü-gung. Nach der Geburt erhält sie ALG II für sich und ihr Kind mit Unterkunftskosten für einen Erwachsenen und Kind, also 1.090 Euro plus 300 Euro Mindestleistung Elterngeld für 12 Monate. Das sind insgesamt 1.390 Euro.


---> nach oben




Mehrlingsgeburten

Ehepaar mit Mehrlingsgeburt, beide verdienen vor der Geburt jeweils 3.200 brutto (Junges Akademikerpaar):

Mit der Steuerklassenkombination IV/IV haben beide zusammen damit vor der Geburt 3.700 Euro netto zur Verfügung. Nach Abzug des Werbungskostenpauschbetrags liegt das für das Elterngeld maßgebliche Einkommen bei 1.775 Euro. Das Elterngeld für den betreuenden Elternteil entspricht bei Geburt eines Kindes 67 Prozent des wegfallenden Einkommens und damit 1.190 Euro. Bei einer Geburt von Zwillingen erhöht sich das Elterngeld für das zweite Kind pauschal um 300 Euro auf 1.490 Euro. Durch Wechsel in die Steuerklasse III erhöht sich das Nettoeinkommen des arbeitenden Partners auf rund 2180 Euro. Dann verfügt die Familie über ein Einkommen von insgesamt etwa 3.975 Euro, 275 Euro mehr als vor der Geburt der Zwillinge. Für jedes weitere Kind wird das Elterngeld wiederum um 300 Euro angehoben, bei Drillingen ergibt sich ein Elterngeld von 1.790 Euro. Das Elterngeld kann bei Mehrlingsgeburten auch über den Maximalbetrag von 1.800 Euro hinausgehen.


---> nach oben




Geschwisterbonus

a) Ehepaar, ein Partner verdient 3.500 brutto im Monat (Akademiker/in), der andere Partner ist nicht erwerbstätig, sondern betreut ein unter dreijähriges Kind

Vor der Geburt des zweiten Kindes erhält der erwerbstätige Ehepartner in der Steuerklasse III ein Nettoeinkommen in Höhe von rund 2.330 Euro. Zusammen mit dem Kindergeld hat die Familie netto 2.480 Euro zur Verfügung. Übernimmt der nicht erwerbstätige Partner auch weiter die Betreuung, erhält die Familie den Mindestbetrag des Elterngelds von 300 Euro. Für den Zeitraum, in dem das ältere Kind das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, erhält die Familie zusätzlich den Geschwisterbonus. Der Geschwisterbonus beträgt 10 % des Elterngeldes, jedoch mindestens 75 Euro. Somit beträgt das gesamte Elterngeld der Familie 375 Euro. Sie verfügt damit zusammen mit dem Kindergeld für das zweite Kind über 3.025 Euro im Monat, das sind über 20 Prozent mehr als vorher.

b) Ehepaar, mit zwei Kindern (3 und 5 Jahre). Beide verdienen vor der Geburt des Kindes jeweils 2.000 brutto (Busfahrer und Verwaltungsangestellte):

Bei Wahl der Steuerklassenkombination IV/IV erhält jeder der Partner etwa 1.300 Euro netto. Nach Abzug des Werbungskostenpauschbetrags liegt das für das Elterngeld maßgebliche Einkommen bei 1.225 Euro. Das Elterngeld für den betreuenden Elternteil beträgt dann gut 820 Euro. Für den Zeitraum in dem das älteste Kind das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet hat, erhält die Familie zusätzlich einen Geschwisterbonus in Höhe von 10 Prozent des ihr zustehenden Elterngeldes, also 82 Euro.

Das Nettoeinkommen des Partners steigt durch Wechsel in die Steuerklasse III auf rund 1530 Euro. Zusammen mit dem Kindergeld ergibt sich damit ein Familieneinkommen von knapp 2.900 Euro, das sind fast 100 Prozent des vorherigen Familieneinkommens.


---> nach oben